SEV - Sprachentwicklung und ihre Störungen
Die Sprachentwicklung eines Kindes ist als Teil seiner Gesamtentwicklung zu sehen.
Es besteht zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen der Sprachentwicklung eines Kindes und seinen grob- und feinmotorischen Fähigkeiten. Auch die Körperwahrnehmung spielt eine wichtige Rolle.
Ein Kind ist bereits im frühen Säuglingsalter in der Lage, seine Bedürfnisse mitzuteilen.
Zunächst geschieht dies durch den Einsatz der Stimme, also insbesondere durch das Schreien.
Später ist das Kind in der Lage durch differenzierteren Einsatz der Stimme, sowie durch erste Lautfolgen und Wörter mit seiner Umwelt zu kommunizieren. So schreit es dann nicht mehr, wenn es in seinem Bett aufwacht, sondern ruft nach seiner Mutter.
Die Sprachäußerungen eines kleinen Kindes dürfen noch fehlerhaft sein. Zweijährige Kinder müssen noch nicht alle Laute einsetzen können. Auch die Satzmuster entsprechen noch nicht denen der Erwachsenensprache. Erst wenn der Wortschatz eines Kindes groß genug ist, bildet es richtige grammatische Strukturen.
Wichtig für eine gelungene Sprachentwicklung ist immer auch eine Bezugsperson, die Sprechanlässe schafft, das Kind motiviert und die Sprechfreude des Kindes unterstützt. Daher bieten wir in unserer Praxis auch regelmäßig Eltern- Kind -Kurse für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren und ihre Eltern an.
Mögliche Ursachen:
- Hörstörungen (auch vorübergehende im Verlauf der kindlichen Entwicklung)
- Sehstörungen
- Sauerstoffmangel bei der Geburt
- Wahrnehmungsstörungen
- Störungen der Motorik
- Mangelnde sprachliche Anregungen
- Genetische Ursachen
Folgende Bereiche der kindlichen Sprachentwicklung können von einer Störung oder Verzögerung betroffen sein:
- 1. Störungen im Bereich der Lautsprache/ Artikulation (Fehlerhafte Lautbildung)
- Ein Kind lautiert gar nicht oder kaum, das bedeutet die Lallphase im Säuglingsalter wird ausgelassen
- Ein Kind hört im Lauf des ersten Lebensjahres plötzlich mit dem Lautieren auf (häufig ein Hinweis auf eine Hörstörung)
- Ein Kind im Kindergartenalter lässt einzelne Sprachlaute aus (Wein statt Schwein)
- Ein Kind im Kindergartenalter ersetzt einzelne Sprachlaute (Tönig statt König)
- Ein Kind im Kindergartenalter oder im Schulalter bildet einen Laut falsch (insbesondere beim S - Laut, das so genannte Lispeln)
- 2. geringer Wortschatz führt zu unvollständiger und fehlerhafter Satzbildung
- Bei einigen Kindern ist das Sprachverständnis trotz intakten Gehörs stark eingeschränkt. Dieses Problem wird häufig erst spät erkannt, da betroffene Kinder häufig auf Schlüsselwörter reagieren, oder aus dem Situationszusammenhang interpretieren.
- Einige Kinder haben ein gutes Sprachverständnis, können Begriffe aber nicht abrufen (Wortfindungsstörung). Diese Kinder greifen dann häufig auf Wörter aus dem gleichen Themenbereich zurück ("zum Fegen" anstatt "Besen").
- Manche Kinder verfügen über einen stark eingeschränkten Wortschatz, das bedeutet, sie verfügen über weit weniger Begriffe, als andere Kinder ihres Alters.
- Im Alter von zwei Jahren sollte ein Kind über einen Wortschatz von ca. 50 Wörtern verfügen.
- Danach explodiert die Wortschatzentwicklung derart, dass Eltern nicht mehr mitzählen können.
Therapie: Die Sprachtherapie ist spielerisch organisiert. Dabei werden auch andere Entwicklungsbereiche, wie Wahrnehmung und Motorik einbezogen. Eine gute Zusammenarbeit mit Eltern ist uns sehr wichtig. Hier bieten wir Einzelgespräche, aber auch Elternabende und Kurse an. Haben Sie Fragen zur Sprachentwicklung ihres Kindes? Dann können Sie sich gerne an uns enden.